Black Pepper Yachts in Sanierung: Das Katamaran-Projekt belastet die Werft

Black Pepper Yachts befindet sich seit dem 2. September 2026 im Insolvenzverfahren. Die Werft in Nantes sucht nun nach einem Käufer oder Investor. Grund dafür sind insbesondere zwei 69-Fuß-Katamarane aus Carbon, deren Baukosten die Prognosen überschritten haben. Angebote müssen bis zum 14. September eingereicht werden.

Nach dem Insolvenzverfahren wird ein Käufer gesucht

Das Handelsgericht Nantes hat am 2. September 2026 die Eröffnung des Insolvenzverfahrens für den Hersteller beschlossen. Es wurde ein Verfahren zur Suche nach Interessenten für eine Übernahme oder eine Investition eingeleitet, dessen Frist am 14. September 2026 endet.

Black Pepper verfügt in Nantes über ein Team von fünfzehn Mitarbeitern und über Fachkompetenz im Bereich des Carbon-Verbundbaus. Die Werft arbeitet sowohl an semi-maßgefertigten Freizeitbooten als auch an Prototypen für Hochseeregatten. Eine Kombination, die in der französischen Bootsindustrie eher selten anzutreffen ist.

Das Insolvenzverfahren bedeutet nicht, dass die Bauarbeiten sofort eingestellt werden. Das Verfahren soll es ermöglichen, den Betrieb aufrechtzuerhalten, während Lösungen geprüft werden, die dessen Fortführung gewährleisten könnten. Doch der Zeitrahmen für die Suche nach einem Käufer ist knapp, was darauf hindeutet, dass die Frage der Finanzierung des Unternehmens dringlich geworden ist.

Zwei 69-Fuß-Katamarane stehen im Mittelpunkt der Liquiditätsprobleme

Die Schwierigkeiten stehen in direktem Zusammenhang mit der Neuausrichtung von Black Pepper auf Mehrrumpfboote. Laut Thomas Brette, der das Unternehmen im Jahr 2025 übernommen hat, kostete die Produktion von zwei großen Katamaranen mehr als bei der Erstellung der Kostenvoranschläge im Jahr 2024 vorgesehen.

Die Situation von Black Pepper verdeutlicht eine Schwierigkeit, mit der Hersteller von Kleinserien mit hohem Stückwert konfrontiert sind. Bei einer großen industriellen Produktion kann eine wirtschaftliche Abweichung bei einem einzelnen Stück durch das größere Volumen aufgefangen werden. Bei wenigen Semi-Custom-Konstruktionen kann dieselbe Abweichung hingegen weitaus schwerwiegendere Folgen haben.

Drei IMOCA-Yachten haben einen weiteren Teil des Know-hows der Werft geprägt

Black Pepper verfügt zudem über eine für einen Hersteller von Freizeitsegelyachten eher ungewöhnliche Stärke: seine Erfahrung im Hochseeregattasport. Die Werft aus Nantes hat drei von Sam Manuard entworfene IMOCA-Yachten gebaut. Die erste davon ist L'Occitane en Provence , das für Armel Tripon gebaut und 2020 vom Stapel gelassen wurde und heute Büro Vallée . Es folgte Initiativen-Herz , der 2022 vom Stapel lief, und anschließend von OceansLab Innovations .

Diese Erfahrung garantiert natürlich nicht die Rentabilität einer Yachtproduktion. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind unterschiedlich: Ein Rennprototyp wird im Rahmen eines sportlichen Programms und mit einem bestimmten Budget gebaut, während ein Freizeitboot mit einer Marge verkauft werden muss, die es der Werft ermöglicht, ihre Tätigkeit langfristig zu finanzieren.

Dennoch stellt sie für einen potenziellen Käufer ein erkennbares Know-how dar. Die vielfältigen Kompetenzen, die Werkzeuge, die Mitarbeiter sowie die Beziehungen zu Architekten und Lieferanten können einen Teil des industriellen Werts des Unternehmens ausmachen, der über die Marke selbst hinausgeht.

Ein Aufschwung muss einen Mittelweg zwischen Kontinuität und Neuausrichtung finden

Der zukünftige Eigentümer von Black Pepper ? sofern sich einer findet ? wird also nicht nur einen Flottenbestand an Segelschiffen übernehmen. Er wird mehrere Probleme gleichzeitig lösen müssen.

Der erste Punkt betrifft die beiden C.69, die sich derzeit in Produktion befinden. Der Fertigstellungsgrad, die noch zu bindenden Mittel und die damit verbundenen vertraglichen Verpflichtungen werden für die Einschätzung des Finanzbedarfs ausschlaggebend sein. Diese Angaben sind der Öffentlichkeit nicht bekannt.

Der zweite Schwerpunkt liegt auf der historischen Produktpalette. Vor dem Eintreten der Schwierigkeiten hatte das Unternehmen versucht, den Absatz seiner Einrumpfboote im Ausland auszubauen, und an mehreren europäischen Messen teilgenommen. Dieser Geschäftsbereich bildet das historische Fundament von Black Pepper und könnte einen Weg der Kontinuität darstellen, der nicht allzu weit vom seit 2007 aufgebauten Industriemodell entfernt ist.

Schließlich kommt die strategische Entscheidung hinsichtlich der Mehrrumpfboote. Die C.69 ist nun neben einer 30 m langen C.100 in den Katalog der Werft aufgenommen worden. Eine Übernahme könnte diese Diversifizierung fortsetzen, verlangsamen oder neu ausrichten. Derzeit ist noch keine dieser Richtungen angekündigt.

Das hängt ganz vom Profil des Bewerbers und seinen Möglichkeiten ab. Ein Industrieller, der bereits über Produktions-, Einkaufs- oder Vertriebskapazitäten verfügt, wird sich Black Pepper anders nähern als ein Finanzinvestor oder ein Unternehmer, der das Projekt in seiner derzeitigen Form beibehalten möchte.

Der 14. September: ein erster Meilenstein für die Zukunft der Baustelle

Die Frist für die Einreichung der Angebote stellt somit eher einen ersten Schritt als einen Abschluss dar. Sie wird vor allem Aufschluss darüber geben, ob die Kompetenzen, die Marke und das Projektportfolio von Black Pepper genügend Interesse wecken, um einen Kandidaten anzuziehen, der die für die Fortführung der Geschäftstätigkeit erforderlichen Mittel bereitstellen kann.

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