Die Beneteau-Gruppe schließt das erste Halbjahr 2026 mit einem Geschäftswachstum ab und verzeichnet einen Umsatz von 452,3 Mio. %C2Euro gegenüber 403,8 Mio. %C2Euro im Vorjahr, was einem Anstieg von 12 % entspricht. Bei konstanten Wechselkursen beträgt das Wachstum 13,8 %. Diese Entwicklung zeigt sich vor dem Hintergrund eines weltweiten Freizeitbootmarktes, der weiterhin von einem unsicheren wirtschaftlichen Umfeld und einer vorsichtigen Lagerbestandssteuerung seitens der Händler geprägt ist.
Die neuen Modelle tragen zum Wachstum bei
Die Geschäftsdynamik stützt sich hauptsächlich auf die im Jahr 2025 eingeführten Neuheiten. Nach Angaben des Konzerns machen diese fast ein Drittel des im ersten Halbjahr erzielten Umsatzes aus.
Der Einzelhandelsumsatz stieg um 14 %, wobei alle Segmente eine über dem Marktdurchschnitt liegende Entwicklung verzeichneten. Im Segelbereich profitierten insbesondere die Einrumpfboote von der Erneuerung der Modellreihen Oceanis und Sun Odyssey, während sich die Mehrrumpfboote dank der Lagoon 38 und der Lagoon 82 gut behaupteten. Im Motorbootbereich verzeichnet das Day-Boating-Segment ein Wachstum von 19 %, getragen von Beneteau, Jeanneau und Wellcraft.
Das Geschäft läuft weiterhin solide, doch die Auftragseingänge lassen nach
Die veröffentlichten Ergebnisse spiegeln jedoch ein eher gemischtes Bild wider. Während die Auslieferungen weiterhin auf einem hohen Niveau bleiben, gibt Beneteau an, dass die Auftragseingänge seit März 2026 zurückgehen. Der Hersteller führt diese Entwicklung auf die geopolitische Lage im Nahen Osten zurück, die bei einigen Kunden zu einer abwartenden Haltung führt und die Händler dazu veranlasst, ihre Lagerbestände zu reduzieren.
Diese Vorsicht erklärt auch die Verlangsamung des Wachstums im zweiten Quartal, das sich auf 3,4 % beschränkte, gegenüber mehr als 30 % im ersten Quartal.
Eine bereits eingeleitete industrielle Umstrukturierung
Angesichts dieser Marktentwicklung passt Beneteau seine Produktionskapazitäten weiter an.
Der Konzern bestätigte die Schließung seines Standorts in Cadillac, Michigan, sowie die geplante Veräußerung der amerikanischen Marken Four Winns, Glastron und Scarab. Diese Geschäftsbereiche machten weniger als 5 % des konsolidierten Umsatzes aus, hatten jedoch in den Geschäftsjahren 2024 und 2025 kumulierte operative Verluste in Höhe von fast 30 Mio. Euro verursacht.
Der Hersteller betont jedoch, dass diese Entscheidung seine Strategie auf dem nordamerikanischen Markt nicht in Frage stellt, wo die Verkaufszahlen der aus Europa importierten Marken weiter steigen.
Trotz eines eher zurückhaltenden Umfelds hält Beneteau an seinem Entwicklungsplan fest. Der Konzern plant, im Laufe der Saisonen 2026 und 2027 24 neue Modelle vorzustellen. Diese Markteinführungen werden ab dem Cannes Yachting Festival im September den wichtigsten Umsatztreiber darstellen, mit dem Ziel, die Nachfrage in einem Markt zu stützen, in dem die Händler weiterhin auf ihre Lagerbestände achten.
Für Beneteau geht es nun darum, das Wachstum aufrechtzuerhalten und gleichzeitig die Rentabilität weiter zu verbessern ? und das in einem Umfeld, das nach wie vor deutlich weniger günstig ist als unmittelbar nach dem Ende der Gesundheitskrise.

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