Messen und Markt: Erkenntnisse aus der FIN-Generalversammlung

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Auf ihrer Generalversammlung am 1. April 2026 hat die Fédération des Industries Nautiques eine Bestandsaufnahme des Marktes und seiner Perspektiven vorgenommen. Vor dem Hintergrund rückläufiger Verkaufszahlen haben sich die Wassersportmessen als Ankerpunkte für die Branche etabliert. Hinter diesen Terminen steht jedoch die gesamte Wirtschaft der Freizeitschifffahrt, die sich neu organisiert.

Anlässlich ihrer Generalversammlung beleuchtet die Fédération des Industries Nautiques mehrere strukturierende Herausforderungen für die Branche. Hinter den Zahlen stellt sich die Frage, wie die Geschäftstätigkeit in einem sich normalisierenden Markt aufrechterhalten werden kann.

Ein rückläufiger Markt für Neubauten nach einer atypischen Periode

Die vorgelegten Daten bestätigen einen Trend, der sich seit zwei Saisons abzeichnet. Der Markt für neue Boote ist rückläufig, insbesondere in den am stärksten verbreiteten Segmenten.

Am stärksten betroffen sind Motorboote unter 9 Metern und Einrumpfsegelboote, auf die fast 50 % des Volumens entfallen. Dieser Rückgang ist Teil eines logischen Zyklus nach den Jahren nach dem Covid, die von einer starken Nachfrage geprägt waren.

Damit kehrt der Produktionsumsatz auf ein Niveau zurück, das in etwa dem von 2021-2022 entspricht. Eher eine Normalisierung als ein Bruch

Höhere Segmente federn den Rückgang ab

Nicht alle Segmente folgen demselben Pfad. Motorisierte Einheiten mit einer Länge von mehr als 9 Metern gleichen den Rückgang im Volumen teilweise durch einen höheren Wert pro Einheit aus.

Dasselbe gilt für Mehrrumpfboote und große Segelboote, die eine positive Dynamik beibehalten. Dieses Segment profitiert von einer internationalen Kundschaft und einer Nachfrage, die auf lange Kreuzfahrten ausgerichtet ist.

Diese Polarisierung des Marktes zwingt die Industrie zu Abwägungen. Die Entscheidung, sich auf das Volumen zu konzentrieren oder die Produktpalette zu erweitern, erfordert unterschiedliche technische, kommerzielle und industrielle Entscheidungen.

Export im Aufwind

Der Export steigt weiter an und erreicht 80,8 % des Umsatzes. Dieses Niveau bestätigt die Abhängigkeit der französischen Branche von den internationalen Märkten.

Umgekehrt bleibt der französische Markt bei Neubauten weiterhin rückläufig. Die jüngsten Indikatoren zeigen jedoch eine Verlangsamung des Rückgangs. Im Zeitraum von September 2025 bis Februar 2026 gehen die Zulassungen bei Motorbooten um 9,7 % und bei Segelbooten um 5,8 % zurück.

Parallel dazu hält sich der Gebrauchtbootmarkt auf einem hohen Niveau. Auch die Ausstellung von Sportbootführerscheinen ist weiterhin stark.

Governance und strategische Kontinuität

Die Generalversammlung bestätigte auch die Wiederwahl von Jean-Paul Chapeleau als Präsident für weitere zwei Jahre. An seiner Seite wurde auch das Exekutivbüro wiedergewählt. Er besteht aus Jean-Claude Ibos (Wichard SAS), Fabrice Lacoume (Yamaha Motor Europe), Stephan Serra (Uship SAS), Nicolas Gardies (Fountaine Pajot-Dufour) und Gérard Lachkar (AGL).

Darüber hinaus treten zwei neue Verwaltungsratsmitglieder dem FIN-Rat bei. Es handelt sich um Benoit Chatillon (Tenderlift) und Guillaume Pujol (Yanmar).

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