Der Ansatz hat den Vorzug, dass er in Gang gesetzt wurde. Die Ankündigung von E-Lektra Marine markiert einen Meilenstein in der Entwicklung der Energiesysteme an Bord von Fahrtenseglern. Die Gruppen Beneteau und Fountaine Pajot strukturieren einen gemeinsamen Ansatz rund um den elektrischen Antrieb und das Energiemanagement an Bord.
Eine gemeinsame Industrieplattform für Segelboote von 9 bis 24 Metern Länge
Das Joint Venture E-Lektra Marine befindet sich zu je 50 % im Besitz der beiden Konzerne. Es umfasst sieben Marken: Beneteau, Jeanneau, Lagoon, Excess, Fountaine Pajot, Fountaine Pajot Motor Yachts und Dufour.

Ziel ist es, eine technische Plattform zu entwickeln, die Segelboote von 9 bis 24 Metern mit 100 % elektrischen oder Hybridkonfigurationen abdeckt. Die Systeme sind je nach Größe der Einheiten und Verwendungszweck für Nieder- und Hochspannung vorgesehen.
Der Wille, eine gemeinsame technische Basis vorzuschlagen, die anderen Werften offen steht, zeigt das Streben nach Standardisierung. Es bleibt abzuwarten, wie diese Basis von den Werften und den Nutzern angenommen wird.
Eine umfassende Energiearchitektur an Bord
Das Projekt beschränkt sich nicht auf den Antrieb. Es integriert das gesamte Energiemanagement an Bord.

Die entwickelten Systeme müssen Energieerzeugung, -speicherung und -verbrauch koordinieren. Dazu gehören Solarenergie, Batterien, Antrieb und Lebensausrüstung an Bord.
Es sind auch Tools zur Überwachung und Optimierung der Energieflüsse vorgesehen, um den Verbrauch an die Navigationsbedingungen anzupassen. Die Plattform soll einen Gewinn bei der Kommunikation und dem Austausch zwischen all diesen Geräten bringen, die "dieselbe Sprache" sprechen müssen.
Identifizierte Industriepartner
E-Lektra Marine stützt sich auf mehrere spezialisierte Unternehmen.
Alternatives Energies mit Sitz in La Rochelle befasst sich mit der Systemintegration. Das Unternehmen arbeitet seit mehreren Jahren an elektrischen Lösungen in der Schifffahrt und wird zu einem zentralen Element des Systems.

Cirtem mit Sitz in Toulouse ist für die Energieumwandlung zuständig. EVE System in Lyon entwickelt die in diesen Architekturen verwendeten Batterien. Zusammen bilden sie eine technische Kette, die die wichtigsten Energiefunktionen an Bord abdeckt. Die Gründung von E-lektra Marine dürfte das Geschäftsvolumen rund um diese Ausrüstungen erhöhen, was logischerweise zu Größenvorteilen und damit zu einem niedrigeren Endverkaufspreis führt.
Kontinuität mit bereits vorhandenen Lösungen
Vor diesem Joint Venture hatten die beiden Konzerne bereits elektrische Systeme auf einigen Einheiten eingesetzt.
Beneteau bot Niederspannungslösungen auf Segelbooten bis zu einer Länge von 12 Metern an. Fountaine Pajot setzte Hybridsysteme auf größeren Katamaranen unter der Marke Joool ein. Dies liegt vor allem daran, dass die Kosten im Vergleich zu einer Version mit Verbrennungsmotor erheblich höher sind.

Das Jeanneau Sealoft 480, das diesen Winter auf der Paris Nautic Show vorgestellt wurde, funktioniert mit einer von Fisher Panda entwickelten Lösung. Fountaine Pajot hat bei einigen neueren Modellen ebenfalls Hybridlösungen integriert.
Neben dem Produktangebot geht es auch darum, ein weltweites Netzwerk aufzubauen, um den Service und die Wartung dieser neuen Geräte zu gewährleisten.
Ein Ziel für die Einführung bis 2030
Die beiden Konzerne kündigen ein Ziel von 10 bis 15 % elektrischen Segelbooten auf dem Weltmarkt bis 2030 an. Die entwickelten Lösungen werden sich sowohl auf neue Boote als auch auf Retrofit beziehen, mit Umrüstungsangeboten für bestehende Einheiten.
E-lektra Marinee ist eine konkrete Antwort auf die sich verändernden Markt- und Nutzungsbedingungen. Es bleibt eine Frage im Hintergrund. Kann sich diese gemeinsame Plattform wirklich als gemeinsame technische Grundlage in einer Branche durchsetzen, in der die Nutzung, die Programme und die Auflagen von Schiff zu Schiff stark variieren? Zwischen Küstenschifffahrt, großen Kreuzfahrten und intensiver Nutzung unterscheiden sich die Energiebedürfnisse. Und an Bord stehen oft noch immer Einfachheit, Zuverlässigkeit und die Fähigkeit, im Falle einer Panne schnell eingreifen zu können, im Vordergrund. Und das alles zu möglichst geringen Kosten.

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