Einen Monat nach dem Brand: Wie sieht es bei TEMO aus?
Zunächst herrschte natürlich Schock und Dringlichkeit. Danach mussten wir sehr flexibel reagieren und uns schnell organisieren. Wir haben das Glück, sehr engagierte Mitarbeiter zu haben. Das Team konzentrierte sich darauf, den Betrieb wieder aufzunehmen.
Wir haben den Betrieb schnell wieder aufgenommen. Der Geschäftsbetrieb konnte wieder anlaufen, und unsere Lieferungen wurden wieder in Gang gebracht. Außerdem konnten wir auf die Solidarität eines benachbarten und befreundeten Unternehmens zählen, das uns sehr schnell in seinen Büroräumen aufgenommen hat. Derzeit bereiten wir unseren Umzug in neue Räumlichkeiten vor.
Was ist bei dem Brand am Standort Vannes tatsächlich verloren gegangen?
Betroffen waren die Büros sowie die Abteilungen, die an diesem Standort untergebracht waren. Dort befanden sich insbesondere die Forschungs- und Entwicklungsabteilung, der Kundendienst und eine Montagelinie für bestimmte Produkte.
Unser Hauptlager für Fertigprodukte befindet sich hingegen in Nantes. Dieser Lagerbestand blieb daher erhalten. Dies ist ein sehr wichtiger Faktor, um zu verstehen, warum wir einen Teil des Betriebs relativ schnell wieder aufnehmen konnten.
Hat der Abriss des Gebäudes in Vannes Ihre Produktion unterbrochen?
Ein großer Teil unserer industriellen Organisation stützt sich auf ausgelagerte Tätigkeiten. Das Unglück hat daher unsere Produktionsanlagen nicht in ihrer Gesamtheit zerstört.
Auch unser Know-how bleibt unberührt, da alle unsere Daten an einem Standort außerhalb der Unternehmenszentrale gespeichert waren. Wir haben zwar ein Gebäude, Ausrüstung und wichtige Arbeitskapazitäten verloren, doch dies stellt weder die Marke noch die von TEMO entwickelten Kompetenzen in Frage. Dank dieser Organisation konnten wir uns schneller wieder erholen.
Hat der Monat August die Situation besonders erschwert?
Ja, denn der August ist für uns normalerweise ein wichtiger Monat. Der Brand ereignete sich also zu einem Zeitpunkt, zu dem die Aufrechterhaltung des Betriebs besonders wichtig war.
Wir haben uns bemüht, den Kontakt zu unseren Kunden und Partnern aufrechtzuerhalten und trotz der Situation weiterhin zu kommunizieren. Wir möchten ihnen übrigens für ihr Verständnis und ihre Geduld während der wenigen Tage danken, in denen einige unserer Dienste unterbrochen werden mussten.
Nachdem die Notlage überwunden war, lag unser Schwerpunkt darauf, die Aktivitäten, bei denen dies möglich war, so schnell wie möglich wieder aufzunehmen und schrittweise zu unserem gewohnten Serviceniveau zurückzukehren.
Wie ist der Stand beim Kundendienst, der direkt von dem Brand betroffen ist?
Die Kundendienstwerkstatt gehörte zu den Aktivitäten in Vannes und war daher unmittelbar betroffen. Der Betrieb wird nun schrittweise wieder aufgenommen.
Dies ist zwangsläufig eine Tätigkeit, die eine umfassendere Umstrukturierung erfordert als der kaufmännische Bereich, da wir die materiellen Ressourcen bereitstellen müssen, um die Einsätze abzuwickeln. Das Ziel ist es, den Betrieb schrittweise hochzufahren, um bis Ende September wieder das erwartete Serviceniveau zu erreichen.
Auch die Forschungs- und Entwicklungsabteilung war in diesem Gebäude untergebracht. Ist dies heute der Teil, dessen Wiederaufbau am schwierigsten ist?
Forschung und Entwicklung gehörten tatsächlich zu den Aktivitäten am Standort, insbesondere im Bereich der Prototypenentwicklung und bestimmter Montagevorgänge. Daher war dieser Bereich unmittelbar von der Zerstörung der Räumlichkeiten und bestimmter Anlagen betroffen.
Das Konstruktionsbüro konnte seine Tätigkeit jedoch schnell wieder aufnehmen, da die Konstruktionsarbeiten mit geringeren Ressourcen fortgesetzt werden konnten. Vor allem aber konnten wir die Kontinuität der laufenden Entwicklungsprojekte gewährleisten, da alle unsere Daten, Zeichnungen und technischen Unterlagen dank unserer externen Datensicherungen erhalten geblieben waren.
Durch unseren Umzug in neue Räumlichkeiten werden wir nun schrittweise wieder über alle erforderlichen Ressourcen verfügen, insbesondere für die Prototypen- und Testphasen.
Ist die Verfügbarkeit der Motoren beeinträchtigt?
Bei der AIRSIDE-Außenbordmotoren-Reihe hat der Absatz wieder angezogen, und wir verfügen über Produkte in unserem Vertriebsnetz. Ausschlaggebend war dabei, dass sich unser Hauptlager für Fertigprodukte in Nantes befindet und vom Brand verschont geblieben ist.
Für die SEASIDE-Pod-Reihe, deren Endmontage in unserem Werk in Vannes erfolgte, sind wir derzeit dabei, alle für die Wiederaufnahme der Produktion erforderlichen Komponenten zu beschaffen.
Sobald wir in die neuen Räumlichkeiten umgezogen sind, kann die Montage wieder aufgenommen werden, wobei die ersten Lieferungen bis Ende Oktober geplant sind. Bestellungen werden bereits entgegengenommen, und die Wiederaufnahme des Betriebs ist somit in vollem Gange.
Haben Sie innerhalb weniger Wochen eine Immobilienlösung gefunden?
Zunächst konnten wir sehr schnell auf die Hilfe eines benachbarten Unternehmens zurückgreifen, das uns Räumlichkeiten zur Verfügung stellte. Dank dieser Solidarität vor Ort konnten wir sofort mit der Arbeit beginnen, ohne erst eine dauerhaftere Lösung abwarten zu müssen.
Anschließend haben wir nach neuen Räumlichkeiten gesucht, in die wir voraussichtlich bereits nächste Woche einziehen werden.
Was ist Ihnen von der Reaktion des Teams nach dem Brand in Erinnerung geblieben?
Sein Engagement. Nachdem der erste Schock überwunden war, konzentrierte sich jeder darauf, was möglich und notwendig war, um den Betrieb wieder in Gang zu bringen und so den Fortbestand des Unternehmens zu sichern. Die Rückkehr des Teams erfolgt schrittweise, und wir sind noch nicht wieder zu 100 % auf Vollbesetzung zurückgekehrt, aber diese kollektive Anpassungsfähigkeit hat es uns ermöglicht, die vorrangigen Aktivitäten schnell wieder aufzunehmen.
Der Brand hat unseren Arbeitsplatz zerstört, aber nicht die Kompetenzen, das Know-how und das Engagement, die TEMO ausmachen. Das ist heute wahrscheinlich unsere größte Stärke.
Wird TEMO tatsächlich auf der ?Grand Pavois? in La Rochelle vertreten sein?
Ja. Wir werden ab dem 22. September 2026 im ?Grand Pavois? sein.
Diese Veranstaltung findet relativ kurz nach dem Brand statt, aber es war uns wichtig, dabei zu sein. Wir werden dort unsere Kunden, Händler und Partner wieder treffen können. Nachdem wir uns mehrere Wochen lang hauptsächlich um die Bewältigung der Folgen des Brandes gekümmert haben, wird dies auch eine Möglichkeit sein, wieder in den gewohnten Geschäftsrhythmus zurückzufinden.
Kann man davon ausgehen, dass TEMO wieder normal funktioniert?
Wir befinden uns in einer Phase der allmählichen Erholung. Die Geschäftstätigkeit ist wieder angelaufen, die Lieferungen wurden wieder aufgenommen, der Verkauf im AIRSIDE-Bereich läuft wieder und die Nachbestückung im SEASIDE-Bereich ist im Gange. Auch der Kundendienst nimmt allmählich wieder seinen normalen Betrieb auf.
Die Zerstörung des Standorts in Vannes bleibt jedoch ein bedeutendes Ereignis. Wir müssen uns erst noch in den neuen Räumlichkeiten einrichten und bestimmte Funktionen vollständig wiederherstellen. Wir sind daher voll im Einsatz und konzentrieren uns auf diesen Neustart, mit dem Ziel, schrittweise wieder unsere volle Leistungsfähigkeit zu erreichen.

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