Starlink Maritime Personal: Neue Regeln, um auf See in Verbindung zu bleiben?

Wer mehrere Monate lang im Ausland mit einer Starlink-Verbindung unterwegs ist, sollte sich nun genau mit dem gewählten Tarif auseinandersetzen. Die Regelungen unterscheiden sich je nach Küstenschifffahrt, Hochseeschifffahrt und den Eigenschaften des Bootes. Hinter der Wahl eines Abonnements verbergen sich zudem einige administrative und tarifliche Auflagen, die man vor dem Auslaufen kennen sollte.

Für eine Crew, die einige Wochen im Küstenverkehr unterwegs ist, den Atlantik überquert oder auf einer großen Segeltour mehrere Länder bereist, geht es nicht mehr nur darum, ob die Starlink-Antenne auf See Empfang hat. Die Art des Tarifs, die Dauer des Aufenthalts außerhalb des Heimatlandes, das Segeln auf hoher See und sogar die Gesamtlänge des Bootes spielen nun eine Rolle. Die Informationen zum Tarif ?Maritime Personnel? helfen dabei, diese neuen Regeln besser zu verstehen, werfen aber auch einige praktische Fragen für Segler auf.

Die Roam-Pauschaltarife eignen sich zunehmend weniger für lange internationale Kreuzfahrten

Der erste Punkt betrifft Freizeitkapitäne, die an Bord ?Starlink Roam Unlimited? nutzen. Bei einem in Europa registrierten Konto gilt die Fahrt zwischen den von Starlink zusammengefassten europäischen Ländern nicht als internationale Reise. Der Tarif kann in Küstengewässern bis zu 12 Seemeilen von der Küste entfernt genutzt werden. Die Regelung ändert sich, sobald das Boot diesen Bereich verlässt. Roam Unlimited erlaubt dann bis zu 30 Tage Nutzung außerhalb der zum Konto gehörenden Region und auf hoher See.

Die anderen Roam-Tarife gelten hingegen nur für das Land oder die Region, in der die Registrierung erfolgte, und sind auf hoher See nicht verfügbar. Für eine Kreuzfahrt, die über diese geografischen oder zeitlichen Grenzen hinausgeht, sollten daher die anderen von Starlink angebotenen Tarife in Betracht gezogen werden.

Bei einem mehrwöchigen Sommer-Segeltörn lässt sich diese Einschränkung relativ einfach in den Zeitplan integrieren. Ganz anders sieht es jedoch bei einem Segelboot aus, das sein Heimatland für mehrere Monate verlässt. Eine Atlantikumrundung, eine Transatlantikfahrt mit anschließender Saison in der Karibik oder eine Reise durch mehrere Länder führen schnell dazu, dass die Besatzung diese Zeitspanne überschreitet.

Ab dem 27. September 2026 kostet die Nutzung des ?Ocean?-Modus im Rahmen des Roam-Tarifs 6 $ pro verbrauchtem GB Datenvolumen. Diese Abrechnung bezieht sich auf das auf See verbrauchte Datenvolumen und nicht auf die Verbindungsdauer.

Der Datenverbrauch wird somit zu einem Navigationsparameter, den es fast ebenso genau im Auge zu behalten gilt wie den Frischwasser- oder Energievorrat an Bord. Eine Videokonferenz, eine automatische Datensicherung in der Cloud oder ein Software-Update haben ein ganz anderes Gewicht, wenn jedes auf hoher See verbrauchte Gigabyte separat abgerechnet wird.

Für eine Crew, die hauptsächlich Wetterdaten herunterladen, Nachrichten austauschen und ein paar Seiten im Internet aufrufen möchte, bleibt der Datenverbrauch überschaubar. Die tägliche Nutzung von Videos, sozialen Netzwerken oder Telearbeit kann das Datenvolumen jedoch schnell in die Höhe treiben.

Die neue ?Maritime Personnel?-Pauschale richtet sich an Sportboote, die auf hoher See unterwegs sind

Angesichts der internationalen Begrenzung des ?Roam?-Tarifs bietet Starlink ?Maritime Personnel? an. Der Vorteil für Hochseesegler liegt in einem ganz bestimmten Punkt: Der Tarif ermöglicht die Nutzung auf See ohne die für ?Roam? angekündigte internationale Begrenzung auf 30 Tage.

Es richtet sich an die Welt der Freizeitschifffahrt. Gewerblich betriebene Schiffe, insbesondere solche für den Personentransport oder die Berufsfischerei, sind davon ausgenommen.

Der Wechsel zu ?Maritime Personnel? erfolgt nicht allein durch eine Änderung im Benutzerkonto. Starlink fordert mehrere Angaben an, anhand derer das Schiff identifiziert werden kann.

Der Bootsführer muss den Namen des Bootes, seine Flagge und seine Gesamtlänge angeben. Außerdem muss er eine eindeutige Kennung angeben. Diese kann insbesondere in Form einer Rumpf-Identifikationsnummer, einer Schiffsidentifikationsnummer, einer MMSI oder eines ITU-Rufzeichens vorliegen. Eine Kopie der Registrierungsbescheinigung gehört ebenfalls zu den erforderlichen Unterlagen.

Dieses Verfahren ermöglicht es insbesondere, zu überprüfen, ob das Endgerät einem Schiff zugeordnet ist, das unter die im Pauschaltarif vorgesehene Kategorie fällt. Im Gegenzug entsteht dadurch ein Verwaltungsaufwand, der bei einem herkömmlichen Roaming-Abonnement in dieser Form nicht besteht.

Aus kommerzieller Sicht präsentiert Starlink ?Maritime Personnel? als Alternative zum ?Roam?-Tarif für Segler, die lange Zeit an Bord bleiben und zwischen mehreren Ländern hin- und herfahren. Das Angebot kostet 185 $HT pro Monat und umfasst unbegrenztes Datenvolumen in den Hoheitsgewässern weltweit, ohne die bei Roam geltende Beschränkung auf 30 Tage für internationale Reisen. Ab einer Entfernung von 12 Seemeilen erfolgt die Verbindung über den ?Ocean Mode?, der ab dem 27. September 2026 je nach Verbrauch mit 6 $/GB zusätzlich in Rechnung gestellt wird.

Roam, Maritime Personnel oder Global Priority ? drei verschiedene Anwendungsmöglichkeiten an Bord

Roam behält das Roaming-Prinzip bei, allerdings mit einer internationalen Begrenzung auf 30 Tage und einer Abrechnung nach dem ?Océan?-Tarif. Es eignet sich eher für Segeltörns, bei denen der Auslandsaufenthalt und die Zeit auf hoher See begrenzt sind.

?Maritime Personnel? ist speziell für den Einsatz auf dem Wasser durch Sportboote vorgesehen. Sein Hauptvorteil für lange Törns besteht darin, dass die internationale 30-Tage-Beschränkung nicht gilt. Sein Anwendungsbereich ist jedoch stärker eingeschränkt, insbesondere durch die Eigenschaften und den Status des Bootes.

?Global Priority? erweitert den Geltungsbereich sowohl auf das Festland als auch auf die Hohe See und fügt vorrangige Daten im Netzwerk hinzu. Es unterliegt nicht dieser Reisebeschränkung von 30 Tagen.

Die Wahl hängt also nicht mehr nur von der an Bord verfügbaren Übertragungsrate ab. Sie hängt vom Navigationsprogramm, von der Dauer des Aufenthalts außerhalb des Heimatlandes, von den auf See zurückgelegten Meilen und vom Datenvolumen ab.

Bei einem Segelboot, das einen Ozean überquert, lohnt es sich, diese Berechnung vor dem Ablegen durchzuführen. Wenn man erst einmal einige hundert Seemeilen von der Küste entfernt ist, ist die Feststellung, dass die automatischen Sicherungen mehrere GB Speicherplatz verschlungen haben, nicht gerade die Art von Überraschung, die man gerne ins Logbuch eintragen möchte.

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