23 Meter lange Eloxalbecken, 22,5 Meter lange Bearbeitungszentren, Pulverbeschichtung und Innenlagerung: Sparcraft rüstet seine Produktionsanlagen auf. Das neue Werk in Sainte-Soulle vereint Arbeitsschritte, die zuvor auf mehrere Standorte verteilt waren. Eine Investition in Höhe von 22 Millionen Euro, die insbesondere die Produktionskapazitäten erhöhen soll.
Sparcraft bündelt seine Geschäftsbereiche in Sainte-Soulle
Für einen Mast Hersteller können schon ein paar Meter mehr Platz in der Werkstatt einen großen Unterschied machen. Das Bearbeiten, Eloxieren, Lackieren, Lagern und Transportieren von Profilen mit einer Länge von über zwanzig Metern erfordert eine industrielle Organisation, die sich deutlich von der eines Zulieferers unterscheidet, der Teile mit eher konventionellen Abmessungen herstellt.

Ausgehend von dieser Vorgabe hat Sparcraft sein neues Werk in Sainte-Soulle im Departement Charente-Maritime konzipiert. Der Hersteller von Masten, Auslegern und Takelage, der seit 2013 zur Wichard-Gruppe gehört, hat dort gerade seine Aktivitäten verlagert, die zuvor insbesondere in Périgny angesiedelt waren. Auf der Website des Unternehmens wird bestätigt, dass der Umzug der Maschinen, Anlagen und Produktionsplätze nun abgeschlossen ist.
Das intern als ?Spartacus? bezeichnete Projekt umfasst Investitionen in Höhe von 22 Millionen Euro: 14,5 Millionen für den Immobilienanteil und 7,5 Millionen für die industrielle Ausstattung, wie aus den von der Wichard-Gruppe veröffentlichten Zahlen hervorgeht.
Der neue Standort erstreckt sich über eine Fläche von 25.000 m². Die Werkhallen nehmen 8.000 m² ein, was nach Angaben des Unternehmens einer um 40 % größeren Produktionsfläche als an den bisherigen Standorten entspricht.
Es geht jedoch nicht nur um die Immobilienfrage. Sparcraft war vor allem bestrebt, die verschiedenen für die Herstellung seiner Masten erforderlichen Arbeitsschritte an einem Standort zu bündeln: Eloxieren, Lackieren, Zerspanen, Schweißen, Montage und Takelage.
Anlagen, die auf große Längen ausgelegt sind
Die Besonderheit des Werks zeigt sich sofort an den Abmessungen der Anlagen. Die neuen Eloxalbecken sind 23 Meter lang. Auch die Pulverbeschichtungsanlage verfügt über eine Kabine und einen Ofen mit einer Länge von 23 Metern. Für die Bearbeitung kündigt Sparcraft zwei Bearbeitungszentren an, die Teile mit einer Länge von 22,5 Metern bearbeiten können, darunter eine neue Maschine.
Diese Abmessungen richten sich direkt nach den Fertigungsbedingungen für Aluminiummasten. Das Strangpressprofil muss verschiedene Arbeitsschritte durchlaufen, bevor es zu einem segelfertigen Mast wird: Zuschneiden, Bearbeitung der für die Takelage erforderlichen Öffnungen und Durchführungen, Oberflächenbehandlung, Lackierung je nach Modell sowie Ausstattung und Montage.

Hinzu kommt eine logistische Herausforderung: Diese Profile müssen transportiert werden, ohne dass die Anzahl der Umschlagvorgänge zunimmt und ohne dass sie dabei beschädigt werden.
Das Gebäude wurde daher unter Berücksichtigung der Verkehrswege zwischen den Räumen konzipiert. Das Be- und Entladen kann insbesondere mit 34 Meter langen Laufkränen erfolgen. Darüber hinaus stehen mehr als 2.000 m² für die Lagerung von Profilen und Halbfertigprodukten im Innenbereich zur Verfügung.
Für ein Unternehmen, das sowohl im Baustellenbereich als auch auf dem Nachrüstmarkt tätig ist, kann diese Zusammenlegung den Transport zwischen den Werkstätten reduzieren und die Produktionsüberwachung vereinfachen. Sparcraft strebt zudem eine Verkürzung der Durchlaufzeiten an, deren Auswirkungen jedoch erst gemessen werden müssen, sobald das Werk seine volle Produktionskapazität erreicht hat.
Eloxieren und Lackieren wieder in den Produktionsablauf integriert
Die Oberflächenbehandlung stellt eine der bedeutenden technischen Investitionen des Projekts dar.
Ein Aluminiummast ist über Jahre hinweg einer besonders aggressiven Umgebung ausgesetzt: Feuchtigkeit, Salz, UV-Strahlung, Reibung und Kontakt mit verschiedenen Materialien. Durch die Eloxierung entsteht auf der Oberfläche des Aluminiums eine schützende Oxidschicht, die insbesondere dazu dient, die Korrosionsbeständigkeit zu verbessern.

Sparcraft hat sich dafür entschieden, diesen Vorgang mit einem Pulverbeschichtungsverfahren auf nicht versiegelter Eloxierung zu kombinieren. Das Prinzip besteht darin, vor der Aushärtung im Ofen Pulverlack auf das eloxierte Aluminium aufzutragen.
Laut Pressemappe ist die Anlage darauf ausgelegt, die Anforderungen des Qualicoat-Gütesiegels sowie die Belastungen durch den Einsatz in mariner Umgebung zu erfüllen. Der Hersteller hebt insbesondere die Korrosions-, Abrieb- und UV-Beständigkeit hervor. Diese Leistungsmerkmale werden von Sparcraft angegeben; die bereitgestellten Unterlagen enthalten jedoch keine Testergebnisse, anhand derer sie quantifiziert werden könnten.
Das industrielle Interesse liegt auch in der Integration des Verfahrens begründet. Da die Behälter, die Pulverbeschichtungsanlage, der Ofen und die Bearbeitungsanlagen in Sainte-Soulle unter einem Dach vereint sind, kann nun ein wesentlicher Teil des industriellen Fertigungsprozesses eines Profils im selben Werk durchgeführt werden.
Eine in den Standort integrierte Wasseraufbereitungsanlage
Die Aluminiumverarbeitung ist zudem eines der umweltsensiblen Themen einer solchen industriellen Tätigkeit. In den Eloxalbädern wird Wasser verwendet, und es fallen Abwässer an, die behandelt werden müssen.
Das neue Werk verfügt somit über eine eigene Kläranlage. Die Wichard-Gruppe kündigt an, den Wasserverbrauch senken, den Klärschlamm verwerten und Schadstoffemissionen begrenzen zu wollen. Das Gebäude wird zudem mit Photovoltaikmodulen ausgestattet.

In dem Bericht wird allgemein auf eine Verringerung der CO?-Emissionen und des Energieverbrauchs eingegangen. Es werden jedoch weder Referenzwerte noch quantifizierte Ziele genannt, anhand derer der neue Standort mit den bisherigen Anlagen verglichen werden könnte. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt lassen sich daher zwar die installierten Maßnahmen beschreiben, der tatsächliche Umweltnutzen lässt sich jedoch nicht beziffern.
Diese Unterscheidung ist von Bedeutung. In der Schifffahrtsindustrie gewinnen Investitionen in die Kontrolle von Abwässern, Verbrauch und Abfällen zunehmend ebenso große Bedeutung wie die Produktionsanlagen selbst, insbesondere aufgrund der für Industrieanlagen geltenden gesetzlichen Auflagen.
Zusätzliche Kapazitäten zur Belieferung der Baustellen
Das neue Werk soll es Sparcraft zudem ermöglichen, sein Produktionsvolumen zu steigern. Das Unternehmen gibt an, im Jahr 2024 720 Masten produziert zu haben, bei einem damals angegebenen Umsatz von 14 Millionen Euro und 59 Mitarbeitern. Zu seinem Kundenstamm zählen sowohl Bootswerften als auch der Ersatzteilmarkt, wobei die internationale Geschäftstätigkeit durch ein Vertriebsnetz unterstützt wird.
Der Standort Sainte-Soulle soll langfristig Platz für etwa 70 Mitarbeiter bieten. Die Wichard-Gruppe kündigt die Schaffung von etwa zwanzig zusätzlichen Stellen an, insbesondere in spezialisierten industriellen Berufen.

Dieser Aufschwung zeigt sich bereits bei den Neueinstellungen. Sparcraft sucht derzeit mehrere Mitarbeiter für Sainte-Soulle, darunter WIG-Schweißer für Aluminium, Pulverlackierer und Kranführer, die für den Umschlag der Profile zuständig sind. In den vom Unternehmen veröffentlichten Stellenanzeigen wird darauf hingewiesen, dass bestimmte Profile eine Länge von bis zu 26 Metern erreichen können, was die besonderen Anforderungen an den Materialumschlag in der Werkstatt verdeutlicht.
Die Investition soll es Sparcraft somit ermöglichen, sowohl den Bedarf der Erstausrüster als auch den Bedarf im Bereich des Takelageaustauschs zu decken. Auf der offiziellen Website des Unternehmens wird zudem angegeben, dass es über eine Datenbank mit Herstellerzeichnungen verfügt, die durch seine Beziehungen zu den Werften gespeist wird.
Eine Investition, die sich in die Strategie der Wichard-Gruppe einfügt
Die Umstrukturierung von Sparcraft ist Teil eines weitaus größeren industriellen Gesamtkontexts. Die Wichard-Gruppe gibt an, im Jahr 2024 einen Umsatz von 110 Millionen Euro erzielt zu haben, 650 Mitarbeiter zu beschäftigen und 70 % ihres Geschäfts im Export zu erwirtschaften. Dem Bericht zufolge entfallen 73 % des Umsatzes auf den Wassersportbereich. Zur Gruppe gehören unter anderem Wichard, Profurl, Facnor, Sparcraft, Lorima, Maillard, Ronstan, Andersen und Axxon Composites.
Diese Organisationsstruktur verschafft der Gruppe eine Präsenz in mehreren wichtigen Bereichen des Segelboots: Beschläge, Rollreffanlagen, Takelage, Aluminium- oder Carbonmasten. Außerdem ermöglicht sie die gemeinsame Nutzung bestimmter industrieller und kommerzieller Ressourcen.
Bei Sainte-Soulle konzentrieren sich die Bemühungen diesmal auf die Fertigungsanlagen für Aluminiummasten. Dieses Material nimmt bei Seriensegelbooten nach wie vor einen wichtigen Platz ein, trotz der zunehmenden Verbreitung von Carbon bei Booten, bei denen Gewichtsersparnis und Leistungssteigerung die höheren Kosten rechtfertigen können.
Das Werk in La Rochelle dient also nicht nur dazu, mehr Masten herzustellen. Es zielt darauf ab, eine komplexe Produktionskette vom Rohprofil bis zum fertig montierten Mast zu beherrschen und dabei den Transport der Teile zwischen den verschiedenen Arbeitsschritten zu reduzieren.

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