Der europäische Markt für Yachthäfen konsolidiert sich weiter ? dies zeigt sich am Eigentümerwechsel bei D Marin. Der Konzern, der seit 2020 im Besitz von CVC Capital Partners war, wird nun Teil des Portfolios von InfraVia Capital Partners, einem auf Infrastruktur spezialisierten französischen Fonds. Laut der Financial Times soll das Transaktionsvolumen eine Milliarde Euro übersteigen.
D Marin hat sich als einer der führenden Betreiber von Yachthäfen in Europa etabliert
Das in Griechenland gegründete Unternehmen D Marin betrieb ursprünglich Yachthäfen vor allem in Griechenland, der Türkei, Kroatien und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Seit der Übernahme durch CVC im Jahr 2020 verfolgt die Gruppe eine Expansionsstrategie in Richtung des westlichen Mittelmeers.
Diese Strategie führte dazu, dass das Unternehmen Häfen in Spanien, Italien, Malta, Albanien und schließlich in Frankreich in sein Portfolio aufnahm. Heute betreibt D Marin 28 Yachthäfen in neun Ländern mit insgesamt mehr als 14.300 Liegeplätzen, davon über tausend für große Yachten. Die Gruppe betreibt zudem zwölf Werften, die auf die Überholung und Wartung spezialisiert sind und jährlich etwa 2.500 Boote aufnehmen.
Parallel zu dieser geografischen Expansion hat D Marin in die Digitalisierung seines Betriebs investiert und eine gemeinsame Plattform für die Verwaltung der Häfen, der Buchungen und der Beziehungen zu den Bootsbesitzern eingerichtet.
Golfe Juan ist ein Beispiel für die Entwicklungsstrategie des Konzerns
Die Expansion von D Marin nach Frankreich wurde im Juni 2024 mit der Vergabe der Konzession für den Hafen Camille Rayon in Golfe-Juan an der Côte d?Azur besiegelt. Diese Niederlassung beschränkte sich nicht allein auf den Hafenbetrieb. Einige Monate später beauftragte D Marin MB92, einen Spezialisten für die Überholung von Superyachten, mit dem Betrieb der Werft; das Unternehmen nahm seine Tätigkeit am Standort Anfang des Jahres 2025 auf.
Diese Organisation verdeutlicht die Strategie, die D Marin an mehreren seiner Standorte verfolgt. Der Konzern bündelt den Betrieb des Yachthafens, die technischen Dienste, die Wartungsarbeiten und die Betreuung von Großyachten, um die an jedem Standort erzielten Einnahmen zu steigern.
Diese Entwicklung geht mit einer Aufwertung der Infrastruktur und des Dienstleistungsangebots einher. Eine Ausrichtung, die in mehreren Mittelmeerhäfen auch Fragen darüber aufwirft, welchen Platz Freizeitkapitäne mit kleineren Booten weiterhin einnehmen werden.
Eine Strategie, die über die reine Hafenverwaltung hinausgeht
Die Entwicklung von D Marin beruht nicht ausschließlich auf der Übernahme bestehender Konzessionen. Der Konzern beteiligt sich auch am Aufbau neuer Infrastrukturen.
Dies gilt insbesondere für Livorno in der Toskana, wo derzeit in Zusammenarbeit mit Azimut Benetti ein neuer Yachthafen mit 815 Liegeplätzen entsteht. Die im September 2025 begonnenen Bauarbeiten sollen 2027 abgeschlossen sein.
In Griechenland hat D Marin zudem 8,5 Millionen Euro in die Modernisierung des Yachthafens von Gouvia auf Korfu investiert.
Diese Maßnahmen spiegeln eine langfristige Investitionsstrategie wider, die auf der Aufwertung der bestehenden Hafenanlagen, der Verbesserung der technischen Ausstattung und dem Ausbau von Dienstleistungen mit hohem Mehrwert basiert.
InfraVia baut sein Engagement im maritimen Sektor aus
Für InfraVia Capital Partners markiert diese Übernahme einen neuen Schritt bei der Diversifizierung in den Bereich der maritimen Infrastruktur. Der französische Fonds hatte bereits im Juli 2025 80 % an LD Armateurs erworben, einem französischen Konzern, der auf Seetransporte, Kabelverlegungsschiffe und Offshore-Dienstleistungen spezialisiert ist.
Mit D Marin steigt InfraVia nun in den Bereich der Yachthafeninfrastruktur ein. Der Fonds geht davon aus, dass die Branche von günstigen Fundamentaldaten profitiert, die auf der Knappheit an Hafenflächen, der steigenden Nachfrage nach Liegeplätzen im Mittelmeerraum und der Zersplitterung des europäischen Marktes der Yachthafenbetreiber beruhen.
Das erklärte Ziel besteht nun darin, den Ausbau des Netzwerks von D Marin durch langfristige Investitionen und neue Konzessionsmöglichkeiten, insbesondere im westlichen Mittelmeerraum, voranzutreiben.
Abgesehen vom Eigentümerwechsel verdeutlicht diese Transaktion die fortschreitende Konzentration unter den Betreibern europäischer Yachthäfen. Nach der Übernahme von Monaco Marine durch Safe Harbor bestätigt der Einstieg von InfraVia an die Spitze von D Marin, dass Wassersportinfrastrukturen mittlerweile große Fonds anziehen, die auf langfristige Anlagen spezialisiert sind.

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