Die Wassersportbranche hat sich in sozialen Netzwerken etabliert, doch die Interaktion mit dem Publikum bleibt auf der Strecke, so eine im März 2026 veröffentlichte Studie von Interconnection Consulting.
Ein Engagement, das unter den Standards für Luxusgüter liegt
Der Bericht "Social Media Insights âeuros Boating Industry 2026" analysiert die digitale Performance mehrerer großer Akteure der Bootsbranche, darunter Beneteau, Ferretti Group, Princess Yachts und Yamaha Boating.
Die beobachtete durchschnittliche Engagementrate erreicht 1,3 %. Diese Kennzahl misst die Interaktionen, Likes, Kommentare und Shares, bezogen auf die Reichweite der Beiträge. Zum Vergleich: Andere Luxusgütersektoren liegen bei rund 3 %.
Dieser Unterschied spiegelt eine geringere Fähigkeit wider, Reaktionen hervorzurufen. Für Marken bedeutet dies eine geringere Sichtbarkeit, da die Algorithmen Inhalte bevorzugen, die zu Diskussionen führen.
Instagram: zentrale Plattform, aber begrenztes Publikum
Instagram bleibt der wichtigste Kanal, der von den Akteuren der Wassersportbranche genutzt wird. Fast alle der untersuchten Marken veröffentlichen dort regelmäßig.
Die durchschnittliche Anzahl der Abonnenten lag bei 174.500 pro Konto. In anderen Luxussegmenten erreicht diese Basis fast 956.900 Abonnenten. Der Unterschied bleibt trotz ähnlicher visueller Codes signifikant.
Die Veröffentlichungen beruhen überwiegend auf Bildern von Schiffen auf See oder vor Anker, die oftmals stark bearbeitet sind. Diese visuelle Homogenität macht es schwieriger, zwischen den Konten zu unterscheiden.
Noch wenig diversifizierte Formate
Die Studie hebt eine begrenzte Nutzung der von den Plattformen angebotenen Formate hervor. Etwa 30 % der Marken sind auf TikTok vertreten, was angesichts der aktuellen Nutzung marginal ist.
YouTube wird eher für längere Inhalte wie Schiffsbesichtigungen oder technische Präsentationen genutzt. Die Aufrufraten sind mit 60% bis 75% hoch, was auf ein echtes Interesse an diesen Inhalten hindeutet.
Auf Instagram ist das Kommentarvolumen mit durchschnittlich 6,1 Kommentaren pro Beitrag weiterhin gering. Auf YouTube sinkt diese Zahl auf 3,9 Kommentare.
Diese Interaktionsebenen spiegeln eine noch immer Top-down-Kommunikation wider, die sich auf die Produktpräsentation konzentriert.
Differenzierende Strategien bei einigen Akteuren
Einige Marken zeichnen sich durch überdurchschnittliche Leistungen aus. Azimut weist zum Beispiel ein höheres Engagement auf Instagram auf. Diese Leistung beruht auf einer hohen Postingfrequenz, einer Vielfalt an Formaten und dem Einsatz von gesponserten Kampagnen.
Auf YouTube verzeichnet Sunseeker trotz einer kleineren Abonnentenbasis ein hohes Aufrufvolumen. Die Studie hebt ein Gleichgewicht zwischen kurzen Videos und längeren Formaten hervor. Diese Ansätze zeigen, wie wichtig es ist, die Inhalte an die plattformspezifischen Nutzungsweisen anzupassen.
Eine Herausforderung für die Transformation von Wassersportmarken
Der Bericht weist auf eine Diskrepanz zwischen den Investitionen der Branche, die bis 2025 auf einen Umsatz von 25,5 Milliarden Euro geschätzt wird, und der Reife der digitalen Strategien hin. Soziale Netzwerke werden häufig noch als Schaufenster genutzt, mit Inhalten, die visuellen Katalogen ähneln. Dieser Ansatz schränkt die Interaktion und die Kundenbindung ein.
Für Fachleute besteht die Herausforderung in der Fähigkeit, einnehmende Formate zu schaffen und eine kontinuierliche Beziehung zu den Nutzern aufzubauen. Ein Webinar zur Präsentation der Ergebnisse ist für den 26. März 2026 geplant, wobei der Schwerpunkt auf den für die Branche ermittelten Verbesserungsmöglichkeiten liegen wird.

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