Handschutz in der Seefahrt
Die Hände sind für viele menschliche Aktivitäten unerlässlich, aber in der Seefahrt sind sie besonders gefährdet. Je nach Statistik sind zwischen 15 % und 26 % der Arbeitsunfälle in der Seefahrt auf die Hände zurückzuführen. Die Verhütung dieser Unfälle erfordert eine Risikobewertung, die im Einheitlichen Borddokument festgehalten wird. Diese Bewertung führt zur Einführung kollektiver Schutzmaßnahmen, wie der Mechanisierung von Aufgaben oder der Installation von Sicherheitsvorrichtungen. Wenn diese Maßnahmen nicht ausreichen, müssen den Seeleuten Persönliche Schutzausrüstungen (PSA), insbesondere Handschuhe, zur Verfügung gestellt werden.
Statistiken über Arbeitsunfälle an den Händen
Die zwischen 2012 und 2016 gesammelten Daten zeigen Unterschiede zwischen den einzelnen maritimen Sektoren :
- Seefischerei: Bei 26 % der Unfälle sind die Hände betroffen, häufig während des Fischfangs (62 %). Zu den Hauptursachen gehören Schnitte/Stiche (44 %) und Stöße/Einklemmungen (32 %).
- Seehandel: Unfälle mit den Händen machen 15 % der Vorfälle aus und ereignen sich vor allem am Kai (48 %). Die Hauptursachen sind Stöße/Einklemmungen (33 %) und Schnitte/Stiche (30 %).
- Meereskulturen: Dieser Sektor verzeichnet die höchste Rate an Arbeitsausfällen (78 %) aufgrund von Unfällen mit den Händen, die hauptsächlich durch Schnitte/Stiche (40 %) und Stöße/Einklemmungen (29 %) verursacht werden.
Vorschriften zu PSA für die Hände
- Risikobewertung: Die Ermittlung der Berufsrisiken ist obligatorisch und wird im Einheitlichen Dokument des Schiffes festgehalten. Kollektive Schutzmaßnahmen haben Vorrang vor individuellen Schutzmaßnahmen.
- Konformität der Handschuhe : Die Handschuhe müssen den europäischen Vorschriften entsprechen, die durch die CE-Kennzeichnung materialisiert werden.
- Verantwortung des Arbeitgebers: Der Arbeitgeber muss geeignete Handschuhe zur Verfügung stellen, die Seeleute über ihre Verwendung informieren und sicherstellen, dass sie in Risikosituationen getragen werden.
Arten von Schutzhandschuhen
Schutzhandschuhe werden nach ihrem Material und den Risiken, die sie abdecken, klassifiziert.
Lederhandschuhe :
- Vollblüter: Komfort und Präzision.
- Spaltleder: Erhöhte Abriebfestigkeit.
- Schutz: Mechanische Risiken, Hitze und Feuer.
Synthetische Handschuhe :
- Verbindungen aus Latex, Nitril, Neopren, PVC usw.
- Schutz: Chemikalien, mechanische und elektrische Risiken.
Textilhandschuhe :
- Unbeschichtet: Für Arbeiten in trockener Umgebung, wird oft als Unterziehhandschuh verwendet.
- Beschichtungen: Für eine bessere Abdichtung oder Beständigkeit gegen Abrieb und Chemikalien.
- Schutz: Mechanische, chemische, Hitze- und Feuerrisiken.
Normen und Piktogramme verstehen
Handschuhe sind mit Piktogrammen versehen, die ihre Schutzstufe angeben:

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