Teakholz ist untrennbar mit Lattendecks, rutschfesten Gängen und schön gestalteten Cockpits verbunden. Doch hinter der Ästhetik und der Widerstandsfähigkeit des Holzes steht die Frage der Rückverfolgbarkeit und der Einhaltung gesetzlicher Vorschriften, die sich nun für alle Akteure der Schifffahrtsbranche stellt. Angesichts dieser regulatorischen und geopolitischen Entwicklungen passt Directeck seine Teakholzbeschaffung an und verstärkt die Rückverfolgbarkeit, was sich direkt auf die Werften und die Bootsfahrer auswirkt.

EU-Regelungen, die den Rahmen für importiertes Teakholz bilden
Die Holzverordnung der Europäischen Union die Verordnung (EG) Nr. 995 2010 über die Anwendung der Sorgfaltspflicht bei der Einfuhr von Holz sieht eine Sorgfaltspflicht für Importeure vor. Das Ziel ist klar, die Einfuhr von illegal geschlagenem Holz auf den europäischen Markt zu begrenzen.
Für einen Händler von Teakholz für den Schiffbau bedeutet dies, das Risiko der Illegalität zu bewerten, die Herkunft der Stämme zu dokumentieren und nachzuweisen, dass das Risiko gering ist oder unter Kontrolle gehalten werden kann. Die Rückverfolgbarkeit wird zentral, wobei Dokumente gesammelt, zusätzliche Kontrollen durchgeführt und Drittstellen eingeschaltet werden müssen.
Im Jahr 2018 wurden die Importe von Directeck von der DREAL überprüft. Daraufhin nahm das Unternehmen den Austausch mit seinen birmanischen Lieferanten auf, beriet sich mit Juristen für Umweltrecht und führte Gespräche mit anderen europäischen Importeuren.
Für Werften, Verleger und Segelbootbesitzer ist diese Konformität keine theoretische Angelegenheit. Sie ist eine Voraussetzung für die Legalität der Beschaffung und sichert Projekte, insbesondere im Rahmen von öffentlichen Aufträgen oder internationalen Weiterverkäufen.
Vorteil, eine transparentere Kette. Nachteil, aufwändige Verwaltungsverfahren und längere Importwege.

Birma, Staatsstreich und Auftragsstopp
Birma ist historisch gesehen für die Qualität seines Teakholzes bekannt, das seit Jahrzehnten im Schiffbau verwendet wird. Der Handel damit ist ein staatliches Monopol, das von der Myanma Timber Enterprise verwaltet wird.
Doch der Staatsstreich vom Februar 2021 mischte die Karten neu. Ein Erlass vom 21. Juni 2021 schreibt die Garantie vor, dass keine Gelder der Militärjunta oder bestimmten verbundenen Unternehmen, darunter MTE, zugutekommen. Vor diesem Hintergrund stoppte Directeck seine Aufträge in Birma. Diese Entscheidung verändert die Lieferkette und führt dazu, dass in Asien nach anderen Quellen gesucht wird.

Für die Fachleute des Teakdecks stehen zwei Dinge auf dem Spiel. Einerseits müssen die mechanische Qualität und die Dimensionsstabilität von Tectona grandis bewahrt werden. Andererseits müssen die Finanzströme rechtlich abgesichert werden. Und für den Segler, der sein Deck neu baut, stellt sich die konkrete Frage, woher das Holz auf dem Dach und im Cockpit stammt.

Indien und Indonesien, welche technischen Garantien?
Teakholz steht nicht auf der CITES-Liste, aber die Waldbewirtschaftung ist von Land zu Land unterschiedlich. Directeck gibt nun an, dass sie ihr Holz aus Indien und Indonesien bezieht. Das in diesen Regionen angebaute Tectona grandis weist Merkmale auf, die den Werften bekannt sind. Dichte zwischen 600 und 800 kg pro m3, hoher Gehalt an natürlichen Ölen, Widerstandsfähigkeit gegen Insekten und feuchte Umgebungen. Das langsame Wachstum, etwa 70 Jahre bis zur Reife, bedingt die Qualität der Fasern und die Stabilität des Holzes. Eine gerade und dichte Maserung erleichtert die Verarbeitung zu Deckslatten und Kalfaterung.
Für die Verarbeiter von Decks aus massivem Teakholz besteht der Vorteil in einer kontinuierlichen Versorgung, die der EU-ABR entspricht. Der Nachteil kann in den Farbabweichungen liegen, die je nach Anbaugebiet von blassgelb bis bronzefarben reichen. Auf See sind jedoch vor allem die Durchstoßfestigkeit, die UV-Beständigkeit und die Stabilität gegenüber Feuchtigkeits- und Trockenzyklen von Bedeutung.

Rückverfolgbarkeit und Zertifizierungen, eine Herausforderung für die nautische Branche
Über die Ursprungserklärungen hinaus hat die Branche weitergehende Kontrolllösungen erkundet. Das Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes (Programm zur Anerkennung von Waldzertifizierungen), PEFC und das Unternehmen Double Helix organisierten in Birma ein Treffen mit europäischen Produzenten und Importeuren. Ziel war es, die Praktiken an die Anforderungen des RBUE anzupassen und eine verbesserte Rückverfolgbarkeit einzuführen. Directeck gibt an, mit seinem lokalen Partner und einer Kontrollstelle zusammengearbeitet zu haben, um die von der EU geforderten Dokumente zu erhalten und zu zertifizieren.
Es wurde sogar ein System zur genetischen Rückverfolgbarkeit von Holz vorgeschlagen, bei dem die Herkunft aus dem Wald durch Analyse ermittelt werden soll. Dieses System übertrifft die Mindestanforderungen der RBUE. Es erhielt jedoch keine offizielle EU-Zulassung und die politischen Ereignisse im Jahr 2021 bremsten seine Entwicklung.

Antizipation neuer Regelungen
Teakholz ist nach wie vor das Holz der Wahl für Decks von Segelbooten und für die Außenausstattung von Schnellbooten. Seine natürliche Widerstandsfähigkeit gegen Wasser und biologische Angriffe macht es zu einer rationalen Wahl in Meeresumgebungen. In einem immer anspruchsvolleren regulatorischen Umfeld setzt Directeck die Anpassung seines Modells fort. Die Erlangung der FSC-Zertifizierung im Juni 2025 stellt einen strukturierenden Schritt dar, da sie einen anerkannten Rahmen für die verantwortungsvolle Forstwirtschaft und die Rückverfolgbarkeit von Teakholz für Decks und Bootsausstattungen bietet.
Und der Regulierungsdruck wird nicht nachlassen. Die EUTR 995 2010 wird sich zur EUDR, der Europäischen Verordnung gegen die importierte Entwaldung, weiterentwickeln, die ab Mitte 2027 umgesetzt werden soll. Dieser neue Text wird die Kontroll-, Risikoanalyse- und Rückverfolgbarkeitspflichten für Holzimporteure weiter verschärfen.

Durch die Vorwegnahme dieser Fristen und die Strukturierung der Lieferkette um Zertifizierungen und dokumentierte Verfahren verfolgt Directeck eine nachhaltige Compliance. Für Werften, Reedereien und Bootsfahrer bedeutet dies, dass die Beschaffung von asiatischem Teakholz durch einen Rahmen geregelt, dokumentiert und an die künftigen europäischen Standards angepasst ist. Denn es geht nicht mehr nur um den Farbton oder die Maserung des Holzes, sondern auch um seine Herkunft und Legalität. Indem Directeck diese Parameter in seine Strategie einbezieht, zeigt das Unternehmen seine Fähigkeit, sich mit seiner Umwelt zu entwickeln und gleichzeitig auf einem zentralen Material für den Schiffbau positioniert zu bleiben.

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